Andre Hollje ein Kämpfer für Integration wurde ausgezeichnet

V.l.n.r. Christian Herzog, Kreisjugendfeuerwehrwart Friedhelm Tannen, Bernd Hollje, Andre Hollje, Lene Hollje, Erwin Reiners und Bürgermeister Helfried Goetz Foto: Wolfgang Kaul

Die Jugendfeuerwehr ist seine Berufung oder ein beispielhafter Einsatz, der so schnell keinen Vergleich findet. Man kann viele Superlative finden, die auf das Engagement von Andre Hollje zutreffen. Aber am Besten fangen wir mit seinem 30. Geburtstag an.

Andre hatte zu seinem runden Geburtstag eingeladen und für seinen gesamten Bekanntenkreis war klar: „Der muss so wie es bei uns im Dorf üblich ist fegen!“. Beim Feuerwehrhaus wurden dementsprechend Kronkorken verteilt. Andre bekam eine Verkleidung und los ging der Start zu seiner Feier, bei dem Andre den Besen schwingen musste. Beendet wird diese Tradition durch den Kuss eines jungfräulichen Mädchens.

Das anschließend die gesamte Jugendfeuerwehr und Feuerwehr die Kronkorken zusammenfegt ist ebenfalls schon Tradition und zeigt den Zusammenhalt mit dem Jubilar. Das Andre sich anschließend aber umziehen musste und seine Uniform anlegte, gehört nicht zum Standardprogramm einer solchen Feier.

Mit dem Besen in der Hand eilt Andre zu seinen Kameraden. Foto: Wolfgang Kaul

Kreisjugendfeuerwehrwart Friedhelm Tannen, welcher vorher von Andre zum Fegen eingeteilt wurde, ergriff das Mikrofon und bat Andre an seine Seite zu treten. Tannen wurde plötzlich ernst und so trat eine Stille auf dem Feuerwehrplatz ein, die anläßlich einer solchen Feier nicht üblich ist. Eine besondere Auszeichnung hatte der Kreisjugendfeuerwehrwart im Gepäck, wobei es galt in einem feierlichen Rahmen diese Ehrung durchzuführen und Tannen dies auch hervoragend umsetzte. Andre Hollje wurde mit dem Ehrenzeichen der Niedersächsischen Jugendfeuerwehren ausgezeichnet.

Gewürdigt wird damit das Engagement von Andre Hollje, das er mit, aber vor allen Dingen für die Jugendfeuerwehren zeigt. Mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten, verblieb der an -Trisonomie 21 (Down Syndrom) erkrankte in der Jugendfeuerwehr. Hier hat er in zwei Jahrzehnten einen wertvollen Beitrag für die Eingliederung von Menschen mit Einschränkungen geleistet. Sein Ziel die Arbeit mit anderen Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr ist ein unverzichtbarer Baustein zur Integration und Inklusion in den Jugendfeuerwehren. In den 20 Jahren hat Andre mit seiner unnachahmlichen Art Jugendliche der Jugendfeuerwehren und auch Erwachsene in seinen Bann gezogen. Es gab kaum eine Aktion der Jugendfeuerwehren an denen Andre nicht teilnahm. Dadurch leistete er einen positiven Beitrag zur Integration über die Grenzen der Gemeinde hinaus. Die Teilnahme an Wettbewerben, aber vor allem Zeltlagern war die Möglichkeit die Arbeit der Jugendfeuerwehren für den Zusammenschluß von behinderten und nicht behinderten Menschen zu beeinflußen.

Auch ohne diese durchzuführende Ehrung wären der stellvertretende Kreisbrandmeister Erwin Reiners, Gemeindebrandmeister Christian Herzog oder auch Kreisjugendfeuerwehrwart Friedhelm Tannen zu seinem Geburtstag erschienen. So auch Bürgermeister Helfried Goetz, dem die Jugendarbeit in den Feuerwehren nicht nur am Herzen liegt, sondern sich auch beteiligt. Ein Bürgermeister der nicht nur Grußworte spricht, er nimmt auch aktiv in einer Gruppe am Nachtmarsch teil. So war die Ehrung selbst für den Bürgermeister keine Überraschung, kennt er doch aus eigener Erfahrung die Motivation mit der Andre Hollje sich für die Jugendfeuerwehr einsetzt. Wie bekannt Andre inzwischen ist und vor allem wie toll Kameradinnen, Kameraden und die Bevölkerung die Arbeit von ihm findet überraschte selbst erfahrene Führungskräfte, als die Ehrung am folgenden Tag auf der Facebook Seite der Freiwilligen Feuerwehren Friedeburg und in den Tageszeitungen veröffentlicht wurde. Andre nutze diesen Bekanntheitsgrad und setzte sich weiter mit seiner Arbeit für die Jugendfeuerwehren und wie der Bürgermeister sagte für ein neues Feuerwehrhaus in Marx ein.

Bericht: Wolfgang Kaul