Internationaler Wettbewerb CTIF

Alle zwei Jahre richtet die Niedersächsische Jugendfeuerwehr einen Landesentscheid im Internationalen Jugendfeuerwehrwettbewerb aus. Der Internationale Jugendfeuerwehrwettbewerb wurde vom CTIF, dem Comité Technique International de prévention et d’extinction du Feu, für die internationalen Jugendbegegnungen ins Leben gerufen. In diesem sogenannten CTIF-Jugendwettbewerb treten neun Jugendliche als Gruppe an und absolvieren jeweils unter Zeitdruck eine Feuerwehrhindernisübung und einen Staffellauf. Dabei wird im Gegensatz zum Bundeswettbewerb der Deutschen Jugendfeuerwehr auch Wasser eingesetzt. Vor allem aber geht es gegen die Uhr!

Während der Feuerwehrhindernisübung teilt sich die Gruppe in zwei kleinere Einheiten. Vier von neun Gruppenmitgliedern (Nummer 6 bis 9) verlegen durch den ersten Abschnitt eine Schlauchleitung mit vier C-Schläuchen; also eine durchgehende Leitung vom Start bis zur 60-Meter-Marke. Weitere vier Mitglieder (Nummer 2 bis 5) überwinden sofort die Hindernisse und besetzen im zweiten Bahnabschnitt zwei Kübelspritzen, mit denen sie auf zwei Spritzwände zielen. Der/die Gruppenführer/in (Nummer 1) macht sich als Erste/r auf den Weg und überwacht diesen kleinen Löschangriff. Dann noch ein paar Knoten machen und etwas aufräumen und das war`s.

Vorher sind jedoch die Hindernisse dran. Auf der Wettbewerbsbahn, die 75 Meter lang und 5 Meter breit ist, ist nach acht Metern ein Wassergraben das erste Hindernis. Wie beim früheren Bundeswettbewerb ist der Graben 1,80 Meter breit und darf natürlich nicht betreten werden. Alle Mitglieder der Gruppen springen also darüber. Dabei müssen die Starter/innen mit den Nummern 6 bis 9 auch noch jeweils ihren C-Schlauch tragen bzw. direkt vom Start den ersten Schlauch verlegen. Während die Mannschaft für die Kübelspritzen einfach weiterlaufen kann und erst bei 23 Metern die Hürde überqueren muss, suchen die übrigen Mitglieder ihre Schlauchmarkierungen und rollen dort jeweils ihren C-Schlauch aus. Auch wenn es nur vier Schläuche sind, hat dieser Teil der Übung viel von der Schnelligkeitsübung, wie sie bei der Leistungsspange gefordert wird. Teamwork und eine gute Absprache sind dabei entscheidend. Die Leitung wird durch den Kriechtunnel und am Laufbrett vorbei verlegt. Sie endet auf Höhe der ersten Trupps, die dort die Kübelspritzen besetzen.

Ist die C-Leitung vollständig und am Besten ohne Drehungen verlegt, bindet jede/r der vier Teilnehmer/innen von Nummer 6 bis Nummer 9 einen Knoten. Mastwurf, Kreuzknoten und Zimmermannsstich werden am Knotengestell gebunden; ein ganzer und ein halber Schlag an einem Strahlrohr mit C-Schlauch. Sind die Knoten fertig, nehmen die vier Aufstellung an der Ziellinie. Wenn die anderen vier Teilnehmer/innen genug Wasser ins Ziel gebracht haben, ertönt ein Signal und eine Lampe leuchtet auf. Sie müssen dann noch vier unterschiedliche Geräte in die richtige dafür vorgesehene Ablage legen, ehe sie sich auch am Ziel aufstellen und die Übung beendet wird. Die besten Zeiten beim Internationalen Wettbewerb liegen deutlich unter einer Minute. Beim 20. Internationalen Jugendfeuerwehrbewerb 2015 in Opole, Polen, brauchte die Jugendfeuerwehr Oberneukirchen für die Hindernisübung nur 36,48 Sekunden und war damit die schnellste im gesamten Wettbewerb. Wegen zahlreicher Fehlerpunkte reichte es aber nicht für einen Treppchenplatz – schnell sein ist eben auch beim CTIF nicht alles.

Außerdem gibt es ja auch noch eine zweite Disziplin: den Staffellauf. Wieder kommt es auf die Zeit an und je nach Altersdurchschnitt der Gruppe kann man dabei Punkte gutmachen. Auf der 400-Meter-Bahn stehen der neunköpfigen Gruppe wieder einige Hindernisse im Weg oder es müssen Aufgaben erledigt werden. Hindernisse sind auf der Laufstrecke (in der Reihenfolge der Läufer) eine Leiterwand, eine Hürde zum Unterlaufen und eine Hürde zum Drüberlaufen. Außerdem müssen die Teilnehmer/innen einen gerollten C-Schlauch und einen leeren Feuerlöscher ein kurzes Stück transportieren und an einer bestimmten Stelle ablegen. Der/die Schlussläufer/in muss allerdings etwas mehr tun und dabei zeigt sich, warum der Staffelstab beim CTIF-Wettbewerb ein C-Strahlrohr ist. Kurz vor dem Ziel werden zwei C-Schläuche zusammengekuppelt und jeweils ein Ende kuppelt der/die Schlussläufer/in an einen Verteiler und an das Staffelstab-C-Strahlrohr an. Damit geht es durchs Ziel, wo das Strahlrohr abgelegt wird und die Zeit stoppt. Die internationale Bestzeit beim Wettbewerb in Opole? 61,70 Sekunden, auf die Bahn gebracht von der Jugendfeuerwehr MDP Gluchów aus Polen.

Wer jetzt Lust bekommen hat, den Internationalen Wettbewerb selber mal auszuprobieren, muss dafür nicht gleich alle Geräte neu kaufen oder bauen. Viele Hindernisse vom Bundeswettbewerb lassen sich für Übungen zweckentfremden und man kann erst einmal den Ablauf trainieren. Videos dazu gibt es unter anderem auf der Internetseite des Internationalen Wettbewerbs des vergangenen Jahres unter ctif2015.eu.

Ansonsten lohnt sich in diesem Jahr natürlich die Reise nach Nenndorf im Landkreis Wittmund. Dort findet in diesem Jahr am ????? der CTIF-Landesentscheid statt. Der ist traditionell verbunden mit einem Wochenendzeltlager und einem attraktiven Rahmenprogramm für die Gruppen. Ein Tag zum Üben, ein Tag für den Wettbewerb. Eine Qualifikation ist nicht erforderlich, das heißt jede interessierte Gruppe kann sich anmelden. Als niedersächsische Besonderheit gibt es beim Landesentscheid eine offene Starterklasse, in der alle Mitglieder einer Jugendfeuerwehr in Niedersachsen starten können. Die internationalen Bestimmungen sehen nämlich nur eine Altersspanne von 12 bis 16 Jahren vor, wobei der gesamte Jahrgang zählt. Die besten Gruppen, die die internationale Altersspanne einhalten, qualifizieren sich für die Teilnahme am Bundesentscheid.

Weitere Informationen zum Internationalen Wettbewerb findest Du auf der Internetseite der Deutschen Jugendfeuerwehr unter http://www.jugendfeuerwehr.de/schwerpunkte/wettbewerbe/internationaler-bewerb.

Aktuelle Informationen zum internationalen Wettbewerb können über die Deutsche Jugendfeuerwehr bezogen werden.

Anschrift:
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